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Die weltweite Wirtschaftskrise hat 2009 auch die deutschen Weinexporteure erfasst, allerdings weniger stark als befürchtet. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) wurden im vergangenen Jahr sechs Prozent weniger Wein ausgeführt als 2008, im Wert gaben die Exporte um acht Prozent nach.
„Neben den extrem schwierigen Marktverhältnissen hat in vielen wichtigen Exportmärkten der starke Euro das Geschäft noch zusätzlich belastet. Mit einem Gesamtexportvolumen von rund 200 Millionen Litern Wein im Wert von 394 Millionen Euro bewegen wir uns allerdings immer noch auf dem Niveau von 2007“, erläuterte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule im Vorfeld der internationalen Weinmesse ProWein in Düsseldorf.
In den USA, Deutschlands umsatzstärkstem Weinexportland, war der Wert der gesamten Weinimporte im vergangenen Jahr um 13 Prozent geringer als noch 2008. Dieser Rückgang ging wegen des ungünstigen Eurokurses vor allem zu Lasten der europäischen Weinbaunationen. „Im Vergleich zu anderen Herkünften sind die deutschen Weine mit einem Umsatzrückgang von zehn Prozent und einem Absatzverlust von acht Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen“, so die Einschätzung von Reule.
Auf dem britischen Markt stellt sich die Lage für die deutschen Weine sehr ambivalent dar: Auf der einen Seite sind sie 2009 in dem begehrten Preissegment zwischen fünf und sechs Pfund um 33 Prozent und damit von allen Anbietern am stärksten gewachsen. Andererseits ist der Durchschnittspreis immer noch relativ gering und der Absatzrückgang im Preisbereich von unter drei Pfund sehr groß. Dieser Trend führte in Verbindung mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu Rückgängen in den Exportumsätzen von 22 Prozent und Mengenverlusten von 19 Prozent.
„Trotz dieser Einbußen müssen wir an dem eingeschlagenen Weg, auf Klasse statt Masse zu setzen, festhalten. Die Fachkreise und Multiplikatoren haben wir bereits von den guten Qualitäten unserer Weine überzeugt. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis der Imagewandel im großen Stil auch bei den Verbrauchern vollzogen ist“, so Reule. Im vergangenen Jahr profitierten die deutschen Weine in Großbritannien auch ein Stück weit von dem dortigen Trend zu schlankeren, fruchtbetonten Weinen mit geringerem Alkoholgehalt, für die hierzulande perfekte Produktionsbedingungen herrschen.
Deutliche Umsatz- und Absatzsteigerungen von zwölf beziehungsweise zehn Prozent gab es 2009 in Deutschlands drittwichtigstem Exportmarkt Niederlande. Der Wert der Weinausfuhren in das Nachbarland beläuft sich mittlerweile auf 50 Mio. €.
Auch in kleineren Märkten wie Irland und Polen konnten mit 42 und 29 Prozent zweistellige Wertsteigerungen erzielt werden. In Norwegen haben sich die deutschen Exporteure im vergangenen Jahr als Marktführer im Weißweinsegment noch einmal deutlich von den zweitplatzierten Franzosen absetzen können und den Umsatz insgesamt um ein Prozent gesteigert.
„Angesichts der wachsenden internationalen Wertschätzung für unsere Weine und den hervorragenden Qualitäten insbesondere auch des aktuellen 2009er Jahrgangs, bin ich zuversichtlich, dass sich die Weinexporte mit einer verbesserten Wirtschaftslage auch wieder positiv entwickeln werden“, bilanzierte die Geschäftsführerin des DWI in Düsseldorf.